Naturschutzgebiet Granitz

18609

,

Mecklenburg-Vorpommern

Naturwald durch Sukzession / Prozessschutz

Über das Projekt

Im UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen, einem der ökologisch wertvollsten Gebiete Deutschlands, liegt das Ökokonto Granitz. Es umfasst eine rund 22,8 Hektar große Waldfläche zwischen Sellin und Binz.

Seit 2018 wird die Fläche vollständig aus der forstlichen Nutzung genommen und ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Ausgenommen sind lediglich Maßnahmen zur Verkehrssicherung entlang von Wegen.

Der dauerhafte Nutzungsverzicht ermöglicht natürliche Entwicklungsprozesse, die in der Kulturlandschaft selten geworden sind, und bildet die Grundlage für einen sich selbst entwickelnden, naturnahen Wald mit hoher ökologischer Wertigkeit.

Steckbrief

Ausgangzustand
Forstwirtschaftlich genutzte Flächen
Zielzustand
Naturwald durch Sukzession / Prozessschutz
Gesamtfläche des Projekts
22.8
ha

Das passiert auf der Fläche

Da keine menschliche Entnahme von Holz mehr stattfindet, verbleibt jeder Baum im Ökosystem. Sterbende Bäume und liegendes Totholz entwickeln sich so zu wertvollen „Biozellen“ und ökologischen Hotspots, die lebensnotwendigen Raum für spezialisierte Pilze, Insekten und Vögel bieten. Diese Form der Waldentwicklung wird als Prozessschutz bezeichnet. Prozessschutz bedeutet, dass die natürlichen Prozesse der Waldentwicklung nicht mehr durch menschliche Eingriffe beeinflusst werden. Es findet keine wirtschaftliche Nutzung mehr statt und es wird kein konkretes Entwicklungsziel vo

Durch den Verzicht auf jegliche forstwirtschaftliche Bewirtschaftung erhalten die Bäume die Chance, ihr natürliches Höchstalter zu erreichen. So entstehen schrittweise komplexe, mehrschichtige Waldstrukturen mit natürlichen Lichtungen und Zerfallsphasen, die dem Erscheinungsbild eines echten Urwaldes immer näherkommen. Anstatt einer forstwirtschaftlichen Auswahl überlassen wir die Waldentwicklung dabei vollständig der ungestörten Evolution. In diesem Prozess der natürlichen Selektion setzen sich die widerstandsfähigsten Individuen durch, was die Resilienz des gesamten Ökosystems gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels nachhaltig stärkt.

Gleichzeitig wird durch die Einstellung der Bewirtschaftung die Störung für wildlebende Tiere auf ein absolutes Minimum reduziert, sodass die Natur hier wieder in ihrem ganz eigenen Rhythmus atmen kann. Was wir hier tun – oder vielmehr nicht tun – ist eine weitsichtige Investition in die biologische Vielfalt. Wir schaffen einen geschützten Rückzugsort, an dem sich ökologische Prozesse über Jahrhunderte ungestört entfalten können. Dieses Ökokonto ist unser Versprechen an die Zukunft: Ein Wald, der wieder ganz sich selbst gehören darf.

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Ökologische Rendite: Ihre Key Benefits

Ziel der Maßnahme

Durch den konsequenten Nutzungsverzicht und das Zulassen natürlicher Prozesse entwickelt sich das Waldgebiet langfristig zu einem standorttypischen, strukturreichen und artenreichen Lebensraum. Solche Wälder unterscheiden sich deutlich von wirtschaftlich genutzten Beständen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt.

Wir ziehen uns und den menschlichen Eingriff in die Natur komplett zurück. Durch eine grundbuchlich gesicherte Dienstbarkeit garantieren wir, dass dieser Wald für kommende Generationen unangetastet bleibt.

  • Echte Waldwerdung: Durch den Verzicht auf jegliche forstwirtschaftliche Nutzung erlauben wir dem Ökosystem, in seine natürliche Dynamik zurückzukehren.
  • Hotspot der Biodiversität: Das Belassen von Totholz im Bestand schafft lebensnotwendige Habitate für seltene Arten. Was oberflächlich nach „Nichtstun“ aussieht, ist in Wahrheit die Schaffung eines Naturwaldes, in dem biologische Prozesse ohne menschliche Störung ablaufen können.
  • Langfristiges CO2-Speicherdepot: Die Anerkennung als Ökokontomaßnahme unterstreicht die enorme ökologische Wertigkeit dieses Rückzugsraumes.

Projektbeitrag zu den UN Zielen für nachhaltige Entwicklung

Unsere Projekte leisten einen direkten Beitrag für die Erreichung der globalen UN Ziele für nachhaltige Entwicklung. Folgende SDGs werden durch dieses Projekt angesprochen.

SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.

SDG 15: Leben am Land

Landökosysteme schützen und wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.

Video-Einblick ins Projekt

Unsere Projektpartner

Gemeinsam mit Unternehmen und Organisationen schaffen wir hochwertige Lebensräume, fördern Artenvielfalt und machen ökologische Verantwortung sichtbar.
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Beiträge zum Projekt 

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