Nature Credits: neues Etikett für ein altbewährtes Prinzip?
Nature Credits werden derzeit als Hoffnungsträger der privaten Finanzierung von Schutz und Wiederherstellung der Natur gehandelt. Doch was verbirgt sich wirklich hinter dem Begriff? Wie unterscheidet er sich von Carbon Credits? Und was motiviert die Käufer von Nature Credits?
Warum überhaupt Nature Credits?
Kurz gesagt: weil die Finanzierung von Schutz und Aufwertung der Natur drastisch unter dem liegt, was zur Sicherung unseres Grundwassers, unserer Bestäuberpopulationen, unserer Artenvielfalt und anderer lebensnotwendiger Naturleistungen nötig wäre.
Wie wichtig Naturleistungen tatsächlich ist, hat das Weltwirtschaftsforum 2020 beziffert: Über die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung – rund 44 Billionen US-Dollar – ist moderat oder stark von funktionierender Natur abhängig. In der EU schätzt man diese Abhängigkeit auf ca. ⅔ der gesamten Wirtschaftsleistung. Am stärksten sind Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei und die Entwicklung von Medikamenten betroffen. Verluste in diesen Sektoren wirken tief in die Wertschöpfung unserer Wirtschaft hinein, treiben die Inflation und gefährden die Ernährungssicherheit. Von Nature Credits verspricht man sich, dass sie einen zusätzlichen Finanzstrom eröffnen, mit dem Geldgeber konkrete Maßnahmen zum Schutz und der Wiederherstellung der Natur gezielt, effizient und transparent finanzieren können.
Um den regelrechten Hype um Nature Credits zu verstehen lohnt ein Blick auf den zeitlichen Kontext. Biodiversität steht in der politischen und wirtschaftlichen Aufmerksamkeit heute ungefähr dort, wo Klimaschutz vor ca. 10 Jahren stand. Die Convention on Biological Diversity (CBD), das zentrale Vertragswerk zum Schutz der Biodiversität auf UN-Ebene, ist genauso alt wie die Klimarahmenkonvention (aus welcher das Paris Agreement hervorging). Beide entstanden 1992 beim Rio-Erdgipfel. Der eigentliche Unterschied liegt beim wissenschaftlich-politischen Bewertungsgremium: Der Weltklimarat IPCC wurde bereits 1988 gegründet und lieferte von Anfang an eine international anerkannte wissenschaftliche Grundlage für die Klimaverhandlungen. Sein Pendant für Biodiversität, der Weltbiodiversitätsrat IPBES, kam erst 2012 – fast 25 Jahre später. Biodiversität hatte schlicht weniger Zeit, sich als eigenständiges, finanzrelevantes Thema mit vergleichbarer Infrastruktur und gesellschaftlicher Reichweite zu etablieren.
Der Verlust von Biodiversität ist also kein neues Thema, welches zusätzlich zum Klimaschutz auf die Agenda tritt - es wurde nur länger übersehen und tritt nun mit umso mehr Deutlichkeit hervor und Nature Credits sind ein Teil der Lösung.
Wofür stehen Nature Credits?
Nature Credits stehen für die erwarteten (ex-ante) oder nachgewiesenen (ex-post) positiven Entwicklungen der Natur einer konkreten Handlung in einem bestimmten natürlichen Lebensraum. Die Europäische Kommission definiert sie in ihrer im Juli 2025 veröffentlichten "Roadmap towards Nature Credits" als: zertifizierte, handelbare Einheiten, die messbare Verbesserungen von Biodiversität und Ökosystemen abbilden, mit dem Ziel, private Investitionen zu mobilisieren, die öffentliche Naturschutzfinanzierung ergänzen und diejenigen zu belohnen, die aktiv Ökosysteme wiederherstellen und schützen.
In Europa, besonders in Deutschland, ist die gängige Anwendung von Nature Credits die Aufwertung einer degradierten Fläche. Wenn ein Projektentwickler durch seine Handlung aus einer artenarmen Fläche eine artenreiche Fläche entstehen lässt, dann kann, durch Messung und Nachweis, ein Nature Credit ausgegeben werden. Die Aufwertung beschreibt die Entwicklung, welche durch die konkrete Handlung ausgelöst wurde (Uplift). Die konkrete Maßnahme steht also im Vordergrund der Bewertung. Bezüglich der Maßeinheiten der Aufwertung gibt es noch keinen international etablierten Standard. Der Anspruch des Nature Credits ist nicht, der Natur ein Preisschild zu geben, sondern Maßnahmen zu bewerten, Projekte zu strukturieren und Ergebnisse vergleichbar zu machen.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Maßnahme eines unseres Partnerprojekts Biotopkomplex Ippenburg, wo unter anderem ein ehemaliger Festival-Parkplatz wieder der Natur zurückgegeben wurde. Um den ursprünglichen, natürlichen Flussverlauf wiederherzustellen, wurde der Lauf der Hunte gezielt verlängert und das Gewässerprofil eingeengt. Ergänzend schuf der Einbau von Kiesbänken und Totholz neue Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Der alte, begradigte Flusslauf blieb dabei als sogenannter Altarm erhalten. Dieser ist nun mit dem neuen Gewässerbett vernetzt und bietet Fischen und anderen Wasserbewohnern wichtige, ruhigere Rückzugsorte im Auensystem.

Für diese ökologische Aufwertung wird anhand der festgelegten Methode eine Anzahl an Nature Credits berechnet, welche dann ausgegeben und gehandelt werden kann. Je ökologisch bedeutender die Aufwertung, desto mehr Credits können geschaffen werden. Die Preissetzung findet am Market statt und orientiert sich regelmäßig an den Projekt- und Opportunitätskosten.
Wie entstand der Markt und wo stehen wir heute?
Der Begriff der Nature Credits erlangte im europäischen Kontext unter anderem große Aufmerksamkeit durch eine Rede der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Sie zog darin den Vergleich zum europäischen Emissionshandel und forderte, dasselbe Prinzip auf die Natur zu übertragen. Als Beispiele nannte sie einen Wasserversorger, für den die Gesundheit einer Quelle entscheidend ist, und ein Obstunternehmen, das auf die Arbeit von Bestäubern angewiesen ist, zwei Ökosystemdienstleistungen, die deutlich über reine Artenvielfalt hinausgehen. Entscheidend war die Ankündigung, einen Markt schaffen zu wollen:
“We can create a market for restoring our planet”
Seitdem hat sich einiges bewegt: Im Juli 2025 veröffentlichte die EU-Kommission ihre Roadmap towards Nature Credits, im selben Jahr richtete sie eine Expertengruppe ein, die im Dezember 2025 zu ihrer ersten Sitzung zusammenkam. Der Fahrplan sieht für 2025 und 2026 eine EU-weite Bewertung von Angebot und Nachfrage vor, für 2025 bis 2027 Pilotprojekte, für Mitte 2026 konkreten Input zu Kriterien und Methoden und für 2027 die Ausarbeitung von Governance-Rahmenwerken.

Fraglich ist, warum der Fahrplan der EU sich so stark auf Grundlagen konzentriert, besonders mit Blick auf die Dringlichkeit des voranschreitenden Rückgangs von Artenvielfalt und Populationen. Naheliegend ist an dieser Stelle ein Vergleich zu freiwilligen CO2-Zertifikaten (Verra, Gold Standard und Co.). Auch dort werden Emissionsreduktionen anhand eines Vergleichs zwischen einem Zielzustand und einem Ausgangsszenario (und ggf. einem kontrafaktischen Referenzszenario) berechnet und Zertifikate ausgegeben. Exakt dieselbe Logik, die auch Nature Credits zugrunde liegt. Dieser freiwillige CO2-Markt kämpft seit Jahren mit Integritätsfragen rund um Baseline-Berechnung, Zusätzlichkeit und Doppelzählung. Selbst nachdem als Reaktion darauf 2021 das Integrity Council for the Voluntary Carbon Market gegründet wurde und mit den Core Carbon Principles einen globalen Qualitätsstandard etabliert hat, gilt weiterhin ein beträchtlicher Teil der gehandelten Credits als risikobehaftet. Diese Erfahrung erklärt vermutlich auch, warum die EU-Roadmap für Nature Credits so vorsichtig und methodiklastig angelegt ist: es werden Jahre der Pilotprojekte und Governance-Arbeit investiert, bevor ein breiter Markt entsteht. Dies ist ein sichtbarer Versuch, die teuren Lernkurven des Kohlenstoffmarktes nicht zu wiederholen.
Damit verbunden ist ein zweiter, oft übersehener Punkt: Die Vorstellung, Nature Credits (oder Carbon Credits) seien eine homogene, frei austauschbare Ware, stimmt in der Praxis nur auf dem Papier. Am freiwilligen CO2-Markt werden Credits mit hoher Qualitätsbewertung zu über 300 Prozent höheren Preisen gehandelt als jene mit niedriger nachgewiesener Qualität. Der Markt behandelt einzelne Projekte längst nicht als beliebig austauschbar, sondern bewertet jedes einzeln nach Qualität, Herkunft und Glaubwürdigkeit.
Genau das lässt sich an einem unserer eigenen Projekte in Bielefeld-Brönninghausen zeigen: Auf einer ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzten, rund 22 Hektar großen Ackerfläche entsteht dort ein vielseitiger Biotopkomplex mit Streuobstwiesen, neuen Feldhecken und naturnahen Waldrandzonen. Die Dr. Wolff Group, ein Bielefelder Familienunternehmen, engagiert sich dort maßgeblich wegen der Regionalität des Projekts. Der Biotopkomplex erhielt die Förderung, da es aus Sicht des Unternehmens sichtbar, überprüfbar und gut für die Reputation des Unternehmen ist. Ein Sponsor kauft eben keine beliebig austauschbare Einheit, sondern eine Geschichte mit einem Ort, engagierten Eigentümern und einer nachvollziehbaren Wirkung.
Nature Credits & Biodiversity Credits - same same, but different?
Nature Credits oder Biodiversity Credits werden häufig synonym verwendet, sind aber nicht vollständig deckungsgleich. Nature Credits sind in ihrem Anwendungsbereich weiter gefasst als Biodiversity Credits, die in ihrer Anwendung auf Biodiversität konzentriert sind. Nature Credits, wie schon von der Leyens eigene Beispiele von Quellwasser und Bestäubern zeigen, ein weitaus breiteres Feld an Ökosystemdienstleistungen abbilden.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Blick nach Großbritannien. Die britische Regierung hat mit ihrem Nature Markets Framework selbst mehrere unterschiedliche Marktsegmente unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst: freiwillige naturbasierte Kohlenstoffmärkte, verpflichtende Compliance-Märkte für flächenbasierte Naturgutschriften, sowie entstehende freiwillige Wasserqualitäts- und Hochwasserschutzmärkte. Genau diese Logik, verschiedene ökosystemdienstleistungsbasierte Instrumente unter einem gemeinsamen Oberbegriff, spiegelt im Kleinen die Beziehung zwischen dem breiteren Nature-Credits- und dem engeren Biodiversity-Credits-Begriff auf EU-Ebene wider.

Der Begriff Biodiversity Credits selbst kommt aus dem Bereich der internationalen Entwicklungsfinanzierung und wurde maßgeblich vom United Nations Development Programme geprägt. Festgehalten wurde er im Vertragswerk des Kunming-Montreal-Abkommens der Convention on Biological Diversity als innovative Finanzierungsmöglichkeit (Zielvorgabe 19). Seitdem erarbeitete die UNDP-geführte Biodiversity Credit Alliance (BCA) an Definitionen und Rahmenwerken, welche die Integrität des Marktes sicherstellen sollen. Eine Biodiversitätsgutschrift ist demnach ein Zertifikat, das eine gemessene und nachweisbare Einheit positiver Biodiversitätsergebnisse darstellt, die dauerhaft ist und zusätzlich ist. green account ist Forums-Mitglied der Biodiversity Credit Alliance und trägt über die Erfahrungswerte mit dem deutschen Ökopunktesystem zur Entwicklung dieses entstehenden Marktes bei.
Freiwillige, Compliance, und Hybride Märkte
Durch den Begriff “Credit" werden Nature Credits häufig mit einem Schuldverhältnis in Verbindung gebracht: Jemand schadet der Natur und muss dafür als Ausgleich eine Maßnahme durchführen oder Nature Credits erwerben. Dieser Anwendungsfall ist unter dem Begriff "Offsets", also Ausgleich, seit rund fünfzig Jahren in einigen Ländern gängige Praxis. Aufgrund der Größe einiger dieser Märkte, im Besonderen der USA, stellen Märkte einen der größten privaten Kapitalströme in der Wiederherstellung der Natur dar. Auch in Deutschland hat die Eingriffsregelung, mit ihrer Werteinheit der Biotopwertpunkte (Ökopunkte), eine beachtliche Marktstruktur geschaffen, durch die jährlich schätzungsweise zwei Milliarden Euro in Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen fließen.
Der entscheidende Unterschied zwischen Offsets und Nature Credits liegt in der Zusätzlichkeit, als einer positiven Wirkung, welche über den Status quo vor dem Eingriff bzw. dem natürlichen Entwicklungsverlauf hinausgeht.
Nature Credits sind nur dann Offsets, wenn ihnen ein Schadensfall vorausgeht bzw. gegenübersteht. Sie zielen nicht auf einen Ausgleich, sondern auf zusätzliche Zugewinne an Aufwertung ab, die ohne die konkrete Maßnahme nicht entstanden wären. Die oft beschworenen Befürchtung vor freiwilligen Offsets findet in der Realität keine Traktion, da die greenwashing Risiken weithin bekannt sind. Der Zusammenhang von Offsets und Credits lässt sich anhand der Mitigationshierarchie darstellen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Nature Offsets entstehen aus gesetzlichen Märkten (Compliance-Märkten), bei denen die Nachfrage gesetzlich vorgeschrieben ist. Nature Credits dagegen werden meist in einem freiwilligen Markt gehandelt. Tatsächlich lassen sich Märkte für Naturgutschriften grob in drei Kategorien einteilen: freiwillige Märkte, in denen Unternehmen, Finanzinstitute oder öffentliche Stellen freiwillig Gutschriften erwerben; Compliance-Märkte, die gesetzlich zur Kompensation verpflichten; und hybride Systeme, die staatliche Aufsicht mit freiwilliger Teilnahme kombinieren, etwa wenn Regierungen freiwillige Zertifizierungsrahmen oder Register einrichten, ohne eine gesetzliche Kaufverpflichtung zu schaffen.
Wie hybride Compliance-Märkte in der Praxis funktionieren, zeigt ein Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich, der zugleich zeigt, wie unterschiedlich "handelbar" Systeme ausfallen können. Deutsche Ökopunkte sind grundsätzlich frei handelbar: Der Handel ist ein privatrechtlicher Vorgang, Preisfindung ist Sache von Maßnahmenträger und Käufer, und die Untere Naturschutzbehörde führt ein transparentes Register. Allerdings ist die Stilllegung an einen räumlichen Bezug gebunden. Ein Eingriff erfordert also eine Stilllegung innerhalb desselben Naturraums. Ökopunkte bilden also eher ein Bündel regionaler, bundeslandweit fragmentierter Märkte als einen einheitlichen nationalen Markt.
Frankreichs neues Pendant, die seit Mai 2026 so benannten "Sites France Crédits Biodiversité" (zuvor SNCRR), gilt als erstes hybrides nationales Biodiversitätsgutschriften-System Europas – die Credits können sowohl zur Erfüllung gesetzlicher Ausgleichspflichten als auch freiwillig von Dritten erworben werden, sind aber weder handelbar noch übertragbar. Es gibt keinen Sekundärmarkt. Deutschland hat also, trotz weniger prominenten Label, das strukturell marktnähere Instrument.
Warum das relevant ist: Hybride Märkte könnten der naheliegende nächste Schritt für freiwillige Naturfinanzierung sein, nicht weil freiwillige Ansätze grundsätzlich riskanter wären, sondern weil ihnen oft schlicht die Infrastruktur fehlt, auf der sie aufbauen könnten. Ökopunkte dagegen sind in Deutschland seit 1994 im Einsatz – über 30 Jahre bewährte Praxis mit eingespielten Bewertungsverfahren, behördlichen Registern und rechtlicher Absicherung. Wer nach einem Instrument sucht, das freiwilligen Naturschutz mit einem im ganzen Land bereits bekannten, bewährten Prinzip verbindet, muss das Rad nicht neu erfinden. Das ist auch unser Ansatz für unser Produktsegments Nature Contribution, welches Zugang zu gesicherten und wirkungsvollen Wiederherstellungsprojekten bietet.

Das zeigt: Bewährte, jahrzehntealte Infrastruktur für Naturfinanzierung ist kein deutsches Sonderphänomen, sondern ein wiederkehrendes internationales Muster. Und genau darauf lässt sich aufbauen. Mit unserem Stilllegungsregister ermöglichen wir bei green account GmbH genau das: Sie können über Nature Contribution in Projekte in ihrer Nähe investieren und wir kümmern uns um die Ausbuchung der Ökopunkte bei der Behörde, sodass ihre Beteiligung einfach und transparent nachgewiesen werden kann. Freiwilliges Engagement auf einem Fundament, das sich bewährt hat.
Warum sollte man in Nature Credits investieren?
Nature Credits erweitern den Markt für Projektfinanzierungen von Naturaufwertungen und Wiederherstellungsmaßnahmen. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, handelbare Anteile an diesen Projekten zu erwerben und ggf. zu handeln, während sich für Projektentwickler einen neue und zusätzliche Einkommensquelle eröffnet. Die wesentlichen Nachfragetreiber sind:
- Reputationsgewinne durch Assoziation des Unternehmens mit den Projekten. Diese können z.B. durch ein Fenster in die Natur vor Ort, oder durch Nachhaltigkeitsreporting kommuniziert werden.
- Direkte Einbindung in Produkte oder Services als Differenzierungsmerkmal. Grenzen Sie ihre Produkte und Services durch Einbindung der Naturwiederherstellung ab, wie unser Projektpartner E.ON mit dem ZukunftsStrom Tarif. Für jede verbrauchte Kilowattstunde fließt ein Teil des Geldes in Maßnahmen zur Renaturierung und zum Schutz wertvoller Lebensräume.
- Durch die Bündelung von Wiederherstellung mit CO2-Bindung werden mehrere Ziele gleichzeitig erreicht. Insbesondere durch die Wiedervernässung von Mooren können Sie sowohl die CO2-Emissionen senken, als auch die Biodiversität steigern. Hier finden Sie eine Auswahl an Projekten in Deutschland, die mit uns den Weg der Beitragsfinanzierung gehen.
Reihenfolge ist nicht zufällig, sondern entspricht den Präferenzen der Nachfrageseite im Markt - gemessen und ausgewertet in diesem Report von Pollination und unserer Partnerorganisation Bloom Labs. Dies zeigt, dass einige Unternehmen bereits den strategischen Wert von Beiträgen, finanziert durch Nature Credits, erkannt haben und eine Vorreiterrolle einnehmen.
Warum also Nature Credits?
Der Rückgang der Biodiversität stellt eine wesentliche Bedrohung für die Verfügbarkeit von Grundwasser, die Ernährungssicherheit und den Fortschritt der Medikamentenentwicklung dar. Eine gesunde und widerstandsfähige Natur ist die Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft mit stabilen Preisen und einer gesunden Gesellschaft. Denn der Aufenthalt in gesunden, naturnahen Flächen, sowie der Zugang zu diesen, trägt maßgeblich zum menschlichen Wohlbefinden bei.
Die Politik hat die Ziele vorgegeben und schafft den Werkzeugkasten für die Umsetzung, aber es sind Unternehmen und die Zivilgesellschaft, welche diese mit Leben füllen. Nature Credits können Unternehmen den Zugang zu Naturaufwertung schaffen, über welchen sonst nur Unternehmen mit eigenen und Nachhaltigkeitsabteilungen und Stiftungen verfügen. Sie kombinieren Ressourcen und sind für kleine und große Fördermengen skalierbar.
Wir sind überzeugt, dass es Raum für viele Versionen von Nature Credits geben wird. Die Komplexität der Natur und ihre Einbindung in Wirtschaftsprozesse erfordert eine Vielfalt an Ansätzen, Projekten und Kennzahlen - angepasst an die regionalen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten. Entscheidend ist weniger die ideale Kennzahl, sondern strikte Qualitätsanforderungen, Transparenz und Anwendbarkeit.
In Deutschland verfügen wir über einen hybriden Markt, welcher Naturaufwertungen bereits heute bewerten und in erprobtes Vertragswerk übersetzen kann. Biotopwertpunkte (Ökopunkte) können die unterliegende Struktur für eine deutsche Version von Nature Credits, also Naturgutschriften werden. Dies würde den Entwicklungszeitraum für Nature Credits in Deutschland um Jahre verkürzen - wertvolle Zeit, in welcher Lösungen bereits umgesetzt werden können. Hier finden Sie unseren One Pager zum aktuellen Stand von Naturgutschriften und unsere Einordnung.
Wenn Sie mehr über das Thema Nature Credits erfahren und herausfinden wollen, wie diese in ihre Unternehmensstrategie passen, schreiben Sie mir gerne eine Mail!





